
Kleine Nähe, regionale Entlastung und geteilte Verantwortung Es beginnt oft nicht mit einer Statistik, sondern mit einem Raum. Eine Dorfkirche, deren Turm seit Jahrhunderten die Mitte des Ortes markiert. Ein Gemeinderaum, in dem der Kirchenvorstand abends zusammensitzt. Eine Handvoll Menschen, die wissen, wer krank ist, wer einsam geworden ist und wer den Schlüssel zur Sakristei…

Inhalt Einleitung: Die Größe ist nicht die eigentliche Frage Die evangelische Kirche in Deutschland steht vor einer doppelten Aufgabe. Einerseits muss sie nüchtern wahrnehmen, dass Mitgliederzahlen, Finanzen, Personalressourcen und gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten zurückgehen. Andererseits darf sie die Gemeinde nicht auf eine betriebswirtschaftliche Recheneinheit reduzieren. Kirche ist nicht zuerst ein Standortnetz, sondern Leib Christi in konkreten Beziehungen:…

1. Ein schwieriger Text mit gefährlicher Wirkungsgeschichte Genesis 9,18–29 gehört zu den biblischen Texten, die kurz erzählt sind, aber eine lange und teilweise verhängnisvolle Wirkungsgeschichte haben. Bekannt wurde die Erzählung unter dem Titel „Der Fluch Hams“. Schon diese Überschrift ist problematisch, denn der biblische Text sagt etwas anderes: Nicht Ham wird verflucht, sondern Kanaan, der…

Es gibt Fragen, die stellt man nicht aus Neugier. Man stellt sie, wenn das Leben plötzlich zerbricht. Gerade angesichts der Amokfahrt in Leipzig am 4. Mai 2026 drängen sich solche Fragen mit neuer Wucht auf: Warum geschieht so etwas? Warum trifft es unschuldige Menschen? Und wo ist Gott, wenn Leben von einem Moment auf den…

Freundschaft ist biblisch ein kostbares Geschenk Gottes: geprägt von Treue, Ehrlichkeit, Vergebung, Hilfe in Not und gemeinsamer Glaubenspraxis. Sie spiegelt Gottes Liebe wider, braucht Zeit, Grenzen und Verletzlichkeit und wird in Gemeinde konkret gelebt. Inhalt

Inhalt 1. Einleitung: Das Für und Wider der KI in der Kirche Künstliche Intelligenz ist in der kirchlichen Praxis angekommen. Sie begegnet nicht mehr nur als Zukunftsthema auf Tagungen, sondern als konkretes Werkzeug im Alltag: beim Formulieren von Einladungen, beim Planen von Reihen, beim Zusammenfassen von Protokollen, beim Übersetzen von Texten, beim Erstellen von Gemeindebriefbeiträgen,…
Aus dem Archiv · 2007
Ich habe sie mir gekauft – die Bibel in gerechter Sprache. Nicht weil ich sie für gut finde, sondern weil …
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Inhaltsübersicht

1. Ein unscheinbarer Vers mit großer Sprengkraft Römer 16,7 ist nur ein kurzer Grußsatz im langen Schlusskapitel des Römerbriefs. Und doch hat kaum ein einzelner Vers der paulinischen Briefe eine so intensive Debatte ausgelöst wie dieser. Paulus schreibt: „Grüßt Andronikus und Junia, meine Verwandten und meine Mitgefangenen; sie sind ausgezeichnet unter den Aposteln und waren…

Einleitung Melchisedek gehört zu den geheimnisvollsten Gestalten der Heiligen Schrift. Im Alten Testament wird er nur an zwei Stellen ausdrücklich genannt: in Genesis 14,18–20 und in Psalm 110,4. Dennoch nimmt er im Hebräerbrief eine Schlüsselstellung ein, vor allem in Hebräer 7. Das liegt nicht an einer bloßen Vorliebe für Nebengestalten, sondern daran, dass in Melchisedek…

Vertikale Autorität im MAGA-Christentum und warum Luther hier eher zur Vorsicht mahnt In der amerikanischen Debatte über christlichen Nationalismus ist in jüngerer Zeit der Ausdruck „vertical morality“ aufgekommen. Gemeint ist damit eine moralische Grundhaltung, in der sich das Gute vor allem am Gehorsam gegenüber einer höheren Autorität bemisst. Im christlichen Zusammenhang heißt das: Entscheidend ist…

Die Aussage, dass der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen ist, gehört zu den tragenden Grundgedanken biblischer Anthropologie. Sie bestimmt maßgeblich das christliche Verständnis von Menschenwürde, Berufung, Verantwortung und Gemeinschaft. Zugleich ist die Lehre vom Ebenbild Gottes vielschichtig. In der theologischen Tradition wurde sie auf unterschiedliche Weise entfaltet, wobei sich besonders drei Hauptdeutungen herausgebildet haben: die…

Exegetische und theologische Überlegungen zur Tragfähigkeit einer Osterhoffnung ohne Erscheinungserzählungen Die Frage, ob das Markusevangelium ursprünglich mit Mk 16,8 endet, gehört zu den klassischen Problemen neutestamentlicher Exegese. Sie betrifft nicht nur textgeschichtliche und literarische Aspekte, sondern berührt in erheblichem Maß die theologische Struktur des ältesten Evangeliums. Sollte Mk 16,8 den intendierten Schluss darstellen, so endet…